Medienerziehung bei Kleinkindern

Digitale Medien haben vor allem in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen und sind zum Dreh- und Angelpunkt der modernen Gesellschaft geworden. So gut wie jedes Individuum unserer Gesellschaft besitzt mindestens ein, in den meisten Fällen sogar gleich mehrere, technische Digitalgeräte, wie Fernseher, Mobiltelefone mit unzähligen Funktionsmöglichkeiten oder auch Computer, die dann auch anderen Personen einer Wohngemeinschaft zugänglich sind. Kleinkinder, die inmitten des Wandels der Gesellschaft durch digitale Neuerungen aufwachsen, sind oft von Einflüssen der Medienwelten viel betroffener, als viele Erwachsene annehmen mögen. Was Kindern und Jugendlichen fehlt, ist die Befangenheit im Umgang mit digitalen Medien. Der Grund dieser Haltung ist, dass digitale Medien für Kinder schon immer ein fester Bestandteil ihrer Lebenswelt gewesen sind. Kinder und Jugendliche hinterfragen in den seltensten Fällen, Medien bezüglich ihrer positiven oder negativen Wirkungen oder inwiefern sie nützlich oder schädlich sind, was die Bedeutsamkeit einer Erziehung, bei der auch auf Medien jeglicher Formen eingegangen werden, untermalt. Eines steht fest: Welche Risiken digitale Medien auch mit sich bringen mögen, es handelt sich hierbei dennoch um ein Kompetenzzuwachs bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, was uns die Digitalisierung grundlegend als Bereicherung verstehen lassen kann. Im Rahmen meines Forschungsfeldes sollte der Frage nachgegangen werden, ob sowas wie eine „Medienerziehung“ tatsächlich stattfindet. Mithilfe einer quantitativen Studie sollte dies bei 30 Probanden erforscht werden. Bei der ersten Frage des Fragebogens sollten die Probanden das Alter der erstmaligen Berührung ihres Kindes mit einem digitalen Medium nennen. Das Mittelwert des Alters der Kinder im Umgang mit einem digitalen Medium lag bei 2,2 Jahren. Dabei sind die Medienformen „TV und Handy“ als häufigste Einstiegsmedien angegeben. Mehrheitlich wird als Zweck des Erstkontakts Musik und Unterhaltung angegeben. Lediglich vier befragte Personen geben an ihr Kind vor dem 3. Lebensjahr alleine mit einem Medium gelassen zu haben. Kinder auf die „Welt der digitalen Medien“ vorzubereiten, hielten so gut wie alle Probanden nicht für nötig. Zusammenfassend bewerten die Eltern ihren Einfluss auf den Medienkonsum ihres Kindes als stark und sehen sich mit einer täglichen Bildschirmzeit von 2-3 Stunden im Durchschnitt als Vorbilder. Fast alle mit einer Bildschirmzeit über vier Stunden geben an, dass ihre Arbeit eine hohe Bildschirmzeit voraussetzt. Die tägliche Bildschirmzeit der Kinder ist relativ begrenzt. Von Alter zu Alter variieren diese, wobei keines der Kinder auf eine tägliche Bildschirmzeit von über 4 Stunden kommt. Die nennenswertesten und am häufigst genutzten Medienformen von Kindern sind Fernsehen und Handy. Um einen überdurchschnittlichen Medienkonsum zu verhindern, geben die Probanden an, dass sie ihren Kindern Zeitfenster vorgeben, die einzuhalten sind. Bei Nicht-Einhaltung werden Kindern die Medien entzogen oder Verbote erlassen. Mehr als 80% der Probanden geben an, dass sie über digitale Medien aufklären, oder dies vorhaben, wenn das Kind alt genug ist, um auch alleine mit Medien umzugehen. Gefahren des Internets stehen hierbei im Mittelpunkt der Aufklärungsarbeit. Der prozentuale Anteil von befragten Akademikern im Rahmen der Studie ist relativ hoch. Dadurch hat man wenig Einblick in andere Bildungsschichten. Zumindest lässt sich über die Akademiker einheitlich sagen, dass diese ein Bewusstsein für digitale Medien als wichtige Medienformen haben. Das lässt sich daraus ableiten, dass in allen Familien digitale Medien in frühsten Jahren im Leben ihrer Kinder auftreten und diese in unterschiedliche Medienwelten eingeführt werden. Tendenziell scheinen viele, vor allem aber jüngere Eltern, ihre Kinder mit dem Smartphone heranzuführen. Man kann davon ausgehen, dass viele der künftigen Elterngenerationen immer mehr auf Smartphones und Tablets vertrauen werden, da es viele kinderspezifische Lernangebote gibt. Für viele der jetzigen Elterngenerationen sind die meisten digitalen Lehr- und Lernmethoden absolutes Neuland. Jedoch bestätigen die aus dem Fragebogen entnommenen Nutzungsdaten auch die Entwicklungen im Bereich der Pädagogik dahingehend, dass Kinder zunehmend durch digitale Medien lernen. Das Bewusstsein für die Relevanz einer Medienerziehung, aufgrund der Allgegenwärtigkeit digitaler Medien, ist in unserer Gesellschaft bei Eltern definitiv vorhanden. Eltern wissen zudem, dass eine schrittweise und bewusste Heranführung vonnöten ist, damit Kinder eine Medienkompetenz entwickeln und mit Medien verantwortungsbewusst umgehen.