VR-Medien im Unterricht

Während des technologischen Wandels stehen die Schulen mit der stetigen Weiterentwicklung von Unterrichtsmedien vor einer Herausforderung. Bisher haben die Virtual Reality (VR) Medien im Unterricht kaum einen Platz gefunden, jedoch sollte das didaktische Potenzial ausgiebig untersucht werden. Passt die virtuelle Realität in den realen Unterrichtskontext?

Dazu ist zunächst zu klären, was Virtual Reality bedeutet: „Virtual Reality ist eine mit dem Computer generierte synthetische dreidimensionale Welt, in der der Mensch über geeignete Schnittstellen agieren kann (Riedl, 2001)“.

Es können neben realen existierenden Welten auch künstlich geschaffene Welten sein, welche realitätsnahes Handeln und Erleben ermöglichen. Als Schnittstelle stehen Stereobrillen zur Verfügung welche beim Betrachter einen dreidimensionalen Eindruck der VR erzeugen. Im Vergleich zu den traditionellen künstlichen Medien (z.B.: Filme, Fotos) spielt bei VR das interaktive und mitgestalten der virtuellen Welt eine große Rolle.

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Sollten mit diesen Stereobrillen in Zukunft unsere Klassenräume ausgestattet sein? Um diese Frage zu klären, habe ich Interviews mit einer Lehrkraft und einem Schüler geführt und werde diese qualitativ analysieren und mit dem aktuellen Forschungsstand vergleichen.

Nun möchte ich mit euch meine Ergebnisse teilen und ein Fazit ziehen. Ich würde mich sehr freuen wenn euch dieser Blogeintrag zu nachdenken anregt und ihr die Mediennutzung im Unterricht noch einmal überdenkt.

VR-Medien sind eine große Branche, welche in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich wachsen wird. Ob das Potenzial für Lernarragements ausgeschöpft wird, hängt davon ab inwieweit sich die VR-Anwendungen an Lernprozessen orientieren.

Junge Frau mit einer virtual reality Brille auf der re:publica 2015 am 05.05.2015 in Berlin. Copyright: re:publica/Jan Zappner

Jedoch gibt es in der beruflichen Ausbildung bereits einige Beispiele, neben der Anwendung in technischen Berufsfeldern, gibt auch schon Anwendungen in der Pflegebranche. Auch bei der Lehrerausbildung wurden schon Versuche unternommen die Handlungskompetenzen der Lehramtsstudierenden anhand eines VR-Klassenraums zu erheben und zu coachen (Wiepke und Paulicke, 2018). Daher sehe ich schon anhand des aktuellen Forschungsstands und die Bereitwilligkeit meiner Interviewpartner VR in den Unterricht miteinzubringen, Potenzial für VR-Medien in der schulischen Bildung. Die Motivation der SuS könnte durch das Erlebnis in einer andere Welt einzutauchen deutlich gesteigert werden. Dazu wird die räumliche Wahrnehmung verbessert und die Interaktion der SuS in Vordergrund gerückt. Natürlich finden die VR-Medien nicht in allen Fächern eine Anwendung, aber besonders in der Naturwissenschaftlichen-, sowie in den Gesellschaftlichen Fächern gibt es viele Möglichkeiten. Allerdings ist nicht klar zu sagen in welchem Zeitraum sich dieses Medium in der Bildung etablieren wird. Großen Einfluss nimmt darauf die finanzielle Investition in die digitale Bildung an deutschen Schulen. Durch die schnellen Weiterentwicklungen der Technologien ist jedoch schwer zu beantworten, durch welche Medien die Bildungs- und Lernprozesse in Zukunft unterstützt werden. Um die aktuelle Situation zu berücksichtigen, kann man sagen dass ein virtueller Klassenraum jetzt viele Möglichkeiten für die Schulen bieten kann. Darüber sollten die Politiker und die Schulen sich in Zukunft Gedanken machen. Passend ausgebildete Lehrkräfte spielen dabei natürlich eine große Rolle, denn ein digitales Bildungssystem funktioniert nur, wenn alle Beteiligten darauf vorbereitet sind.

Von Eileen Schwaneberg

Quellen:

Riedl, A. 2001. Virtual Reality – die zukünftige Realität der Geokommunikation? In: Buzin, R. & Wintges, T. (Hrsg.): Kartographie 2001- multidisziplinär und multidimensional (Beiträge zum 50. Deutschen Kartographentag), Heidelberg.

Wiebke, Axel und Paulicke, Prisca. 2018. Aufbau von Handlungswissen zum Umgang mit Unterrichtsstörungen im VR Klassenraum.