Digitale Medien in der Schule

Digitale Medien sind heutzutage bei vielen Menschen Teil des Alltags. Ob das Smartphone zum Musik hören, Zeitung lesen auf dem Tablet oder der Computer am Arbeitsplatz: Ein Leben ohne diese Geräte ist für die meisten Menschen kaum noch vorstellbar. Jedes Jahr kommen neue Produkte auf den Markt und die Funktionen nehmen zu. Statt Briefen werden Mails geschrieben, Anrufe werden von Sprachnachrichten ersetzt und Arzttermine können auch online vereinbart werden.

Auch in sämtlichen Schulen sind die digitalen Medien längst angekommen. Immer mehr Lehrkräfte setzen sie gezielt ein und bieten den Schüler_innen  somit eine abwechslungsreiche Auswahl an Methoden. Einige Schulen bieten sogenannte Tablet-Klassen an. Die Schüler_innen dieser Klassen verwenden statt Büchern und Arbeitsheften fast ausschließlich ein Tablet.

Klar ist: Digitale Medien können das Leben eines Menschen deutlich erleichtern und unterstützen. Jedoch ist es wichtig, auch die negativen Seiten zu sehen. Durch die immer mehr werdende Nutzung, kommen auch Kinder früher in Kontakt mit ihnen. Es kann eine Abhängigkeit entstehen. Das Internet birgt viele Gefahren mit sich, welchen Kindern ausgesetzt sind, ohne dass sie es bemerken.

Die Beziehung zwischen Schule und digitalen Medien ist strittig. Es gibt verschiedene Meinungen, wie stark digitale Medien in der Schule vertreten sein sollten und welche konkreten Aspekte Institution Schule behandeln sollte.

Aufgrund der immer bedeutenden Rolle von digitalen Medien in der heutigen Gesellschaft, wurde mit meiner Forschungsarbeit die Frage, in wie weit die digitalen Medien in Schulen vertreten sein sollten, behandelt. Um die Frage beantworten zu können wurden jeweils 40 Lehrkräfte, SuS sowie Eltern anhand eines Fragebogens befragt.

Alle Befragten besitzen digitale Geräte und verwenden diese täglich. Vor einigen Jahrzehnten wäre das sicher anders gewesen. Auch der Fakt das 100% der SuS in siebten Klassen ein Smartphone besitzen, verdeutlicht, dass Kinder immer früher in Kontakt mit Handy und Co. geraten.

Schaut man einzelne Möglichkeiten der Gestaltung von Medienunterricht an, so legen die Lehrkräfte und Eltern besonderen Wert auf die Thematisierung von Gefahren der digitalen Medien. Nur 55% der SuS finden es ebenfalls wichtig, diese zu behandeln. Dieses Ergebnis lässt sich möglicherweise auf das Alter der Befragten zurückführen. Die SuS sind im siebten Jahrgang und somit ungefähr 12-13 Jahre alt. Es ist gut möglich, dass sie in diesem Alter noch nicht einschätzen können, welche Gefahren speziell im Internet auf sie warten können. Aber gerade aus diesem Grund, ist es wichtig Sie aufzuklären, ihnen einen sicheren Umgang zu zeigen und auch deutlich zu machen, was nicht erlaubt ist.

Das Thema Mobbing hingegen empfinden alle Befragten als wichtig. Viele SuS erleben Mobbing tagtäglich in ihrem Schulalltag, wenn auch nur als Beobachter. Dieses Forschungsergebnis zeigt jedoch, dass Lehrkräfte, SuS und auch Eltern sich bewusst sind, dass an diesem Punkt Aufklärung nötig ist.

Insgesamt lässt sich deutlich erkennen, dass die Eltern gerne eigene Entscheidungen treffen möchten. Während die Lehrkräfte alle für verpflichtenden Medienunterricht sind, möchten die Eltern diesen nur auf freiwilliger Basis angeboten bekommen.

Die Ergebnisse haben deutlich gezeigt, dass die Institution Schule definitiv mehr über digitale Medien aufklären sollte. Auf Seiten der SuS ist ein großes Interesse da, mehr über diese Thematik zu lernen. Auch Eltern und Lehrkräfte empfinden es als sehr wichtig, wünschen sich jedoch auch gewisse Flexibilität in der Gestaltung des Unterrichts.

Im Rahmen dieser Forschung wurden insgesamt 120 Menschen befragt. Diese stellen nur einen kleinen Teil der Betroffenen dar, geben jedoch einen guten Einblick in die Meinung und allgemeine Einstellung zu digitalen Medien.

Zukünftig ist es mit Sicherheit spannend zu verfolgen, wie die tatsächliche Umsetzung in Schulen ausschaut. Welche pädagogischen Ansätze werden genutzt und wird es ein einheitliches Konzept in Deutschland geben?

Insgesamt ist und bleibt es ein aktuelles Thema in der Schulbildung und es kann gespannt beobachtet werden, wie der Prozess verläuft.

Ein Beitrag von: Leonie Weber