Smartphone Führerschein

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Zum Thema Smartphone Führerschein führte ich im Rahmen dieses Seminars eine kleine Forschungsarbeit aus. In der Arbeit untersuchte ich die Frage, welche Bedeutung ein Smartphone Führerschein an Schulen für Schüler_Innen haben könnte. Dazu führte ich zwei Interviews, eines mit einer Schülerin der 10 Klasse, das andere mit einer Lehrerin. Die Auswertung macht deutlich, dass das Thema digitale Kompetenzen bei beiden Interviewpartnerinnen als ein für Schüler_Innen wichtiges Thema erachtet wurde. Die starke Verbreitung der Smartphones wurde dabei nicht nur positiv, sondern auch kritisch gesehen, da der Nutzen der Smartphones ohne entsprechende digitale Kompetenzen verschiedene Gefahren mit sich bringen kann. Diese bestünden in Cybermobbing, Ablenkung, Gefährdung des Jugendschutzes und sozialem Druck (z. B. sozialer Ausschluss, wenn Schüler_Innen kein eigenes Gerät besitzen). Beide Interviewpartnerinnen sahen diese Gefahren als bedeutsam bei der Nutzung von Smartphones an. Aus diesem Grund könnte es wichtig sein, den Schüler_Innen digitale Kompetenzen beizubringen, die sie präventiv vor den Gefahren schützen können. Diese Funktionen der Prävention könnte ein Smartphone-Führerschein erfüllen, wenn er die Kompetenzen der KMK beinhaltet. Die Interviewpartnerinnen sahen auch den positiven, also produktiven Nutzen bei der Verwendung des Smartphones, sofern die entsprechenden digitalen Kompetenzen gegeben sind, die die Gefahren minimieren können. Das wäre jedoch erst ab einem gewissen Alter, wenn die Schüler_Innen die siebte, oder achte Klassen besuchen, möglich. Der Entwicklungsstand der Schüler_Innen ermögliche erst dann den verantwortungsvollen Umgang mit dem Smartphone.

Diese Ergebnisse können zu ersten Schlussfolgerungen und Hypothesen führen, weshalb ein Smartphone-Führerschein an Schulen sinnvoll sein könnte und welche möglichen Schwächen zu beachten wären. Die Hypothesen könnten als Grundlage für weitere Forschungsarbeiten dienen. Der Einsatz eines Smartphone Führerscheins an Schulen könnte in unteren Klassen, besonders der Grundschule, vor allem zur Vermittlung von präventiven -, Gefahren abwehrenden Kompetenzen – sinnvoll sein. In höheren Klassen könnte sich ein Smartphone-Führerschein vermehrt den produktiven, Inhalten generierenden und organisatorischen Kompetenzen, zuwenden. Dazu sollten Smartphones in unteren Klassen in der Schule zur Vermittlung digitaler Kompetenzen wahrscheinlich noch nicht verwendet werden. Bei einem Smartphone-Führerschein sollte der Umgang der Schüler_Innen mit diesen Geräten von den Lehrer_Innen überwacht werden können. Das ist mit Laptops und Tablets einfacher. Es stellt sich also die Frage, ob hier nicht auch ein Laptop-Führerschein bessere Erfolge, unter leichter zu kontrollierenden Bedingungen, für die Vermittlung von digitalen Kompetenzen bringen könnte.

In höheren Klassen könnten Smartphones zwar auch zur Vermittlung von produzierenden, digitalen Kompetenzen verwendet werden, allerdings sei auch hier darauf zu achten, dass die Überprüfbarkeit des Nutzungsverhaltens der Schüler_Innen nur schwer möglich und denen von Laptops und Tablets unterlegen ist. Jedoch sind Smartphones unter Schüler_Innen verbreiteter als Laptop und Tablets. Daraus folgere ich die Hypothese, dass an einem Smartphone Führerschein an Schulen deutlich mehr Schüler_Innen teilnehmen könnten, ohne dass erst neue Laptops und Tablets gekauft werden müssten. Eine zweite von mir aufgestellte Hypothese ist, dass ein Smartphone Führerschein an Schulen sehr sinnvoll wäre, da digitale Kompetenzen für Schüler_Innen und ihre Lebenswelt sehr wichtig sind. Ein Smartphone Führerschein könnte einen positiven Effekt auf ihr Leben in dieser Lebenswelt haben. Eine weiterführende These wäre zuletzt, dass ein geeigneter Smartphone Führerschein an Schulen seine Zielkompetenzen vermehrt auf Themen wie Privatsphäre, Jugendschutz, Privatsphäre und soziale Netzwerke legen sollte, da diese bei Smartphones eine größere Rolle zu spielen scheinen. Weniger wichtig wären bei einem Smartphone Führerschein digitale Kompetenzen wie Suchen, Speichern, Produzieren und Präsentieren. Diese Kompetenzen könnten vermutlich sinnvoller im Zuge eines Computer-Führerscheins mit Laptops oder Tablets gelehrt werden.

Leonard Wehrmann, Erziehungswissenschaften.